Fulminant, bunt, stellenweise schrill kommt die Neuinszenierung des Operns-Klassikers “Der Freischütz” im Jahr 2009 daher. Mit der Aufführung von Webers romantischem Singspiel wurden die Pfingstfestspiele in Baden-Baden dieses Jahr eröffnet.
Das Multitalent Wilson, der sich nicht nur als Theaterautor und Regisseur, sondern auch als Lichtdesigner, Bühnenbildner und Maler einen Namen gemacht hat, zeichnet für Regie, Bühne und Licht verantwortlich.
Die Inszenierung ist eine neuerliche Auseinandersetzung mit der “Freischütz”-Thematik: Bereits mit dem Musical “Black Rider”, das er mit William S. Burroughs und Tom Waits zusammen schrieb, und das 1990 am Hamburger Thalia-Theater aufgeführt wurde, setzte er für die Bildersprache am Theater neue Maßstäbe.
Mit einer Flut phantastischer, bunter Kostüme, mit Witz und unterschwelliger Ironie erzählt er nun in Baden-Baden das Märchen vom Förster Max und seiner Braut Agathe, der mit den „Freikugeln“, die er mit Hilfe des Teufels Samiel in der Wolfsschlucht gegossen hat, seine Prüfung bestehen will. Die Kostüme, von den Modedesignern Victor & Rolf entworfen, weisen den Figuren paradigmatische Rollen zu: Max im grünen Blätterkostüm wie Pan oder Papageno, die unschuldige Braut Agathe als Blumenstrauß, ihre süße Freundin Ännchen als Bonbon. Hier wird auch das Böse lustig und zweifellos unterhaltsam.
Webers “Der Freischütz” in der Inszenierung von Robert Wilson ist einer der Höhepunkte der Saison des Festspielhauses Baden-Baden.