Comics in Deutschland, Teil 1
ComicsComics sind ein relativ junges Medium. Vor wenig mehr als hundert Jahren wurde die sequentielle Kunst in etwa im gleichen Zeitraum, wie der Film entwickelt. In Deutschland konnten sie allerdings nie dessen Erfolg verbuchen.
Über die Seriosität der Comics wurde lange diskutiert. In Deutschland hatten Comics dann auch immer einen schweren Stand: Sie wurden nie wirklich ernst genommen und auch obwohl sich dieser Zustand in den letzten Jahren etwas verändert hat, ist die gesellschaftliche Akzeptanz der „Neunten Kunst“ immer noch nur bedingt anzutreffen.
Obwohl mit Wilhelm Busch einer der ersten Künstler, die sich mit der Verbindung von Wörtern und Bildern zu Geschichten beschäftigten, der Grundstein in Deutschland für so etwas wie eine Comickultur gelegt wurde, ist hierzulande niemals eine eigenständige Industrie, wie wir sie aus Amerika, Frankreich und Japan kennen, entstanden.
In den großen Comicländern entwickelten sich sehr eigene Erzählstrukturen, die nach jeweils bestimmten Mustern verlaufen. Dabei gibt es aber kaum originär deutsche Comicgeschichten, -charaktere, -serien oder -erzählweisen. Das heißt aber nicht, dass es keine deutschen Comics gibt, sie orientieren sich aber deutlich an ihren Vorbildern, gerne in Bezug auf aktuelle Trends.So waren in den 70er Jahren vor allem Alben aus dem franko-belgischen Bereich in Deutschland zu finden, in den 80ern und 90ern dominierten die amerikanischen Superhelden und seit etwa 2000 boomt der japanische Manga-Markt. Die Zeichner und Autoren in Deutschland ziehen hier meist nach.
Wenn man sich mit Comics in Deutschland beschäftigt, muss man also immer auch in die Ursprungsländer blicken.
