Bei Comics aus Deutschland fällt die Verbindung zu Vorbildern immer wieder auf. Zeichner und Autoren sind oftmals bestrebt ihren eigenen Helden nachzueifern. In der deutschen Comickultur hat das Tradition.

Als Comics nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland langsam großflächig vertrieben wurden, war das sogenannte Piccolo-Format die bevorzugte Erscheinungsweise. In den schmalen Heftchen im Querformat erschienen neben den vor allem aus Amerika bekannten Helden auch deutsche Versionen, zumeist von Hansrudi Wäscher erdacht und gezeichnet. Schon Wäscher orientierte sich in Stil und Erzählung bei den erfolgreichen Vorbildern aus England und Amerika und so gibt es etliche Parallelen zwischen seinen Helden Sigurd, Falk, Tibor und Nick und Comiccharakteren wie Prinz Eisenherz, Tarzan und Buck Rogers.

Nun fragt man sich unweigerlich, wieso sich die Publikationen nicht von ihren Einflüssen freischwimmen können. Die Antwort auf diese Frage kann nicht ganz leicht werden, zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Natürlich ist es wichtig zu wissen, dass Verlage am liebsten Lizenzprodukte vertreiben: Sie kosten die Verlage weniger und sie wissen, dass sich das Produkt in einem anderen Land schon einmal gut verkauft hat, das Risiko ist geringer. Dadurch scheint auch vorprogrammiert zu sein, dass man sich bei eigenem Material an dem orientiert, was schon woanders für Erfolg sorgte.

Ein anderer Punkt ist, dass die wenigsten Comiczeichner bei einem Verlag angestellt sind oder regelmäßige Aufträge bekommen. Wenn man nur ein Album pro Jahr zeichnen kann und darf, muss dieses natürlich auf Anhieb ankommen, Zeit zur Entwicklung bleibt da selten.

Die einfachste Art ist da dann auch, sich auf Altbewärtes zu verlassen und in Deutschland bedeutet dies meistens: Komische Knollennasenfiguren.