Comics in Deutschland Teil 3
ComicsIn Deutschland werden Comics meistens mit komischen Eskapaden kleiner, knuddeliger Knollnasenfiguren verbunden. Obwohl das Feld der Comics riesengroß ist, haben sich nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei deutschen Künstlern vor allem die Nasen durchgesetzt.
Denkt man an aktuelle deutsche Comics, fallen den meisten Leuten erst einmal „Werner“ von Brösel, das „Kleine Arschloch“ von Walter Moers und die Figuren von Ralph König ein. Alle haben eines gemeinsam: Prominente Zinken in rundem Gesicht. Das ist aus Prinzip nicht weiter schlimm, denn gerade letztgenannter Zeichner beweist, dass der Stil nicht immer zwingend den Ton der Geschichte widerspiegeln muss.Walter Moers hingegen bedient sich einer Sprachebene, die sich jenseits befindet von allen durch Nicht-Comicleser angenommenen onomatopoeischen Albernheiten der „Krach, Peng, Bumm“-Variante. Die Knollennasen gehören dennoch zum festen Repertoire der deutschen Comicszene und das ist auch etwas, dass außerhalb derselben größtenteils wahrgenommen wird.
Natürlich ist der Zeichenstil das, was auch dem Leser zuerst an einem Comic auffällt. Mit der somit entstandenen Erwartung kann der Zeichner natürlich auch spielen und eine völlig andere Story präsentieren, als ursprünglich vom Leser angenommen. Damit wird klar, dass Comics jede Bandbreite an emotionalen, actionreichen, psychologischen, philosophischen, geschichtlichen und fantasiereichen Geschichten abdecken können, wenn es Verlage, Zeichner, Autoren und Leser zulassen.
Es gibt eine nicht überschaubare Zahl der möglichen Geschichten. Das Medium ist wie jedes andere nicht auf ein Genre festgelegt. Allerdings sollte man zwischen den verschiedenen Inkarnationen des Comics unterscheiden lernen.