Bereits am 06. März 2007 wurde zwischen dem Emirat Abu Dhabi und Frankreich ein Vertrag unterzeichnet, in dem die Franzosen  den Einwohnern Abu Dhabis den Bau einer Zweigstelle des weltbekannten Louvre genehmigten.

Was mit der Unterzeichnung des Vertrags im Jahr 2007 begonnen hat, soll nun dieses Jahr in die Tat umgesetzt werden: Auf einer Fläche von ungefähr 24.000 Quadratmetern werden in den kommenden zwanzig Jahren kulturelle Werte aus sämtlichen Epochen ausgestellt. Dabei wird die jeweilige Leihdauer für die Kunstobjekte allerdings niemals länger als zwei Jahre sein.

Louvre Abu Dhabi © lucadex/Flickr

Modell des Louvre Abu Dhabi von Jean Nouvel © lucadex/Flickr

Eröffnung in den Arabischen Emiraten: Der Louvre Abu Dhabi

Während mit der Eröffnung des Louvre Abu Dhabi für das Emirat ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung gehen kann, sehen die Franzosen im Bau des Louvre Abu Dhabi die Chance, die strahlende französische Kunst einem weltweiten Publikum zu offenbaren. Durch die Lizenzgebühr von knapp 700 Millionen Euro, welche Frankreich von Abu Dhabi erhalten wird, ist Frankreich nun in der Lage, das Louvre als auch andere französische Museen vor einer Jahrhundertflut der Seine schützen zu können und weitere Renovierungsarbeiten am und im Louvre zu tätigen. Die veranschlagten 700 Millionen Euro sind allerdings nicht nur für die verschiedenen Leihgaben vorgesehen, allein 400 Millionen Euro muss das Emirat für die Nutzung des Namens “Louvre” bezahlen.

Den Entwurf für das Louvre Abu Dhabi lieferte niemand Geringeres als der berühmte Stararchitekt Jean Nouvel. Obwohl die Baukosten mit rund 83 Millionen Euro nicht gerade billig sind, gehen die Betreiber davon aus, dass sich die Kosten sehr schnell decken lassen werden. Schließlich wird ­das neue Louvre auf der Saadiyat Insel errichtet. Dem neuen Louvre sollen hier bald noch das Guggenheimmuseum, ein Seefahrtsmuseum, ein Nationalmuseum und ein Einkaufscenter folgen.

internationale Dependancen berühmter Museen: Chancen und Kritiken

Während mittlerweile nicht nur die Franzosen und das Emirat im Louvre Abu Dhabi einen großen Nutzen sehen, stehen viele Menschen dem Projekt auch kritisch gegenüber. Um dem Bau entgegenwirken zu können, hatten mehr als 4.600 Menschen, darunter zahlreiche Kunsthistoriker, Museumsexperten und Archäologen, eine Petition gegen den Bau unterzeichnet. Sie begründeten ihre Abneigung damit, dass das Museum sich nicht einfach so verkaufen lassen könne und das es den Unternehmern einzig und allein um eine Gewinnmaximierung gehen würde.