Ab März kann man sie endlich sehen: “Die Macht des Expressiven” eine wirklich fundamentale neue Sicht auf die Schenkung Otto van de Loo und dessen Sammlung in der Berliner Nationalgalerie.

Expressionismus flickr Allie_CaulfieldUnd der Titel der Ausstellung ist Programm, denn das Expressive war nicht nur von de Loos umfassendem Antrieb, sondern zeigt sich in den ausgestellten Exponaten auch als Kunstrichtung deutlich und wegweisend.

Otto van de Loo kam 1924 im damals noch idyllischen Witten zur Welt, lebt aber inzwischen schon lange mondän und großstädtisch in der bayrischen Metropole und ist dort und auch außerhalb dieser Region ein sehr bekannter deutscher Galerist.

Bereits 1957 war van de Loo mit seiner wegweisenden Galerie in München präsent und er war einer der Aktiven in der Szene - auch als die Schwabinger Turbulenzen von sich reden machten. Während die konservative Kunstszene auf seine subtilen Provokationen mit Unverständnis und Ablehnung reagierte, warfen ihm seine linksgerichteten Freunde bald die weniger subtile Ausbeutung seiner Künstler vor. Doch den Großmeister der westdeutschen Galerieentwicklung ficht dies wenig an.

Van de Loo sah sich als Förderer von Hans Platschek und Asger Jorn und einiger anderer, die eher in Gruppen organisiert waren. Mit der Stadtverwaltung Münchens kam er aber weniger gut klar und so schenkte er aus Frust bereits 1990 seine umfangreiche Bildersammlung der Nationalgalerie Berlin. Diese hat nun endlich die Zeit und die Gelegenheit gefunden, die Sammlung der Öffentlichkeit zu zeigen. Da Berlin allemal eine Reise wert ist, sollte man die Chance nutzen und einen Einblick in die Arbeit des Galeristen und Sammlers van de Loo nehmen. Denn hier werden die Tendenzen der Moderne in einer neuen Sichtweise auf das althergebrachte gebündelt - getreu dem Dada-Ziel (”Wir streben nach einer Reduzierung auf das Maximum.”) aus dem Münchener Umfeld des Galeristen.