60 Jahre - 60 Werke im Martin- Gropius-Bau Berlin

60 Jahre Bundesrepublik werden mit 60 Werken namhafter Künstler im Martin Gropius Bau präsentiert. Während die einen Feuer und Flamme sind für den künstlerischen Streifzug durch die Geschichte, bemängeln andere das fehlende künstlerische Konzept.

Martin Gropius Bau flickr Pedro Layant

Martin Gropius Bau flickr Pedro Layant

Sechzig Künstler aus allen Disziplinen werden mit ihren Werken den passenden Jahren zugeordnet. Malerei und Fotografie, Skulpturen und Installationen – die Kunst von Joseph Beuys und Anselm Kiefer, von Willi Baumeister und Georg Baselitz wird mit dem Zeitgeschehen und gesellschaftlichen Veränderungen gepaart.

Die Liste der Künstler bei “60 Jahre - 60 Werke” ist in der Tat vielschichtig und beeindruckend, gleiches gilt für die Geschichte der Bundesrepublik. Dennoch mag sich der Zusammenhang nicht gänzlich erschließen, wenn man ein Werk auswählt und es als repräsentativ für einen Jahrgang erklärt, nur weil es in diesem Jahr entstanden ist. Die künstlerische Auseinandersetzung findet mitunter nicht im gleichen Rhythmus der Jahreswechsel statt.

60 Jahre und 60 Werke” läuft noch bis zum 14.06.2009 und wird zu Recht ihre Freunde finden. Denn es ist lange her, dass eine Ausstellung eine dermaßen abwechslungsreiche und hochkarätige Riege an Künstlern gleichzeitig zeigte.

Joss Whedon - Buffy The Vampire Slayer als Comic

„Buffy The Vampire Slayer“ war eine der erfolgreichsten und dabei auch bestgeschriebensten Fernsehserie der letzten Jahre. Mit der siebenten Staffel war die Serie beendet, doch ihr Erfinder Joss Whedon führt die Geschichte fort – im Medium Comic.

Buffy flickr Tc7

Buffy flickr Tc7

„Buffy – Im Bann der Dämonen“, wie die Serie in Deutschland hieß, war zwar aufwändig produziert, doch die Abenteuer der Vampirjägerin Buffy Summers können sich in Comicform in völlig neue Richtungen entfalten.

Die neuen Geschichten, die Joss Whedon selbst geschrieben hat, setzen da an, wo die TV Serie aufhörte: Buffy trainiert mittlerweile eine Armee von Jägerinnen und ist damit dem US Militär ein Dorn im Auge. Die liebgewonnenen Charaktere tauchen im Comic ebenso auf, wie alte Feinde und Monster.

Da Joss Whedon ein hervorragendes Händchen für Szenen und Dialoge hat und zudem noch ein alter Comic Fan ist, funktioniert die Comicreihe wirklich als Fortsetzung der Fernseh Serie. Bereits vier Sammelbände der in Amerika monatlich in Comicheften erscheinenden Serie sind in Deutschland erschienen.

Buddy – Das Musical in Essen

„Buddy – Das Musical“ kommt nach Essen. Das bewegte Leben des Rock ‘n Roll-Musikers, der uns zeitlose Klassiker wie „Peggy Sue“, „Rave On“ und „That’ll be the Day“ hinterließ, wird von seinen Anfängen mit den Crickets bis zu seinem tragischen Flugzeugabsturz erzählt.

Buddy Holly flickr B Rosen

Buddy Holly flickr B Rosen

Der eher brav aussehende Sänger mit der Brille und der Gitarre hat mehrere Musiker-Generationen inspiriert und begeistert sein Publikum auch noch heute – 50 Jahre nach seinem Tod. Doch nun ist es das Musical „Buddy“, in dem seine Stücke zu seinen Zuhörern finden.

Ein groß angelegter Casting-Call des Musicals läuft zur Zeit, um die richtigen Sänger, Tänzer und Musiker zu finden, die in Essen Buddy Hollys Geschichte auf die Bühne bringen werden.

Seit 1956 ist Buddy Holly einer der größten Rock ‘n Roller Amerikas. 1959 stürzt seine Maschine auf dem Weg zu einem Auftritt ab. Mit an Bord sind seine Kollegen Ritchie „La Bamba“ Valens und Big „Chantilly Lace“ Bopper. Die Lieder der drei großen Künstler werden im Colosseum Theater Essen ab Oktober 2009 live gespielt und gesungen.

Comics in Deutschland Teil 3

In Deutschland werden Comics meistens mit komischen Eskapaden kleiner, knuddeliger Knollnasenfiguren verbunden. Obwohl das Feld der Comics riesengroß ist, haben sich nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei deutschen Künstlern vor allem die Nasen durchgesetzt.

Denkt man an aktuelle deutsche Comics, fallen den meisten Leuten erst einmal „Werner“ von Brösel, das „Kleine Arschloch“ von Walter Moers und die Figuren von Ralph König ein. Alle haben eines gemeinsam: Prominente Zinken in rundem Gesicht. Das ist aus Prinzip nicht weiter schlimm, denn gerade letztgenannter Zeichner beweist, dass der Stil nicht immer zwingend den Ton der Geschichte widerspiegeln muss. (more…)

“William Eggleston - Democratic Camera” im Haus der Kunst in München

“Democratic Camera”: Im Haus der Kunst sind bis Mai die Fotografien des Amerikaners William Eggleston zu sehen.

Haus der Kusnt flickr Gruban

Haus der Kusnt flickr Gruban

William Eggleston, (*1939) gilt als „Vater der Farbfotografie.“ Er hat diese Technik zwar nicht erfunden, aber mit ihr künstlerisch eine Innovation begründet. Gleichzeitig ist er einer der ersten, der scheinbar banale Dinge, optische Nebensächlichkeiten und Alltagsgegenstände künstlerisch ablichtete.

So fotografiert er Supermärkte, Bars, Tankstellen, oder Vorgärten, Küchenutensilien, und Spielzeug. Dabei rückt Eggleston diese Dinge nie aus ihrem Zusammenhang, sondern bildet sie so ab wie sie schlicht und ergreifend sind. Gerade diese vermeintlich unspektakuläre Perspektive gibt den Fotografien ihre Eigentümlichkeit, macht sie zu einem Rätsel. (more…)

Comics in Deutschland Teil 2

Bei Comics aus Deutschland fällt die Verbindung zu Vorbildern immer wieder auf. Zeichner und Autoren sind oftmals bestrebt ihren eigenen Helden nachzueifern. In der deutschen Comickultur hat das Tradition.

Als Comics nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland langsam großflächig vertrieben wurden, war das sogenannte Piccolo-Format die bevorzugte Erscheinungsweise. In den schmalen Heftchen im Querformat erschienen neben den vor allem aus Amerika bekannten Helden auch deutsche Versionen, zumeist von Hansrudi Wäscher erdacht und gezeichnet. Schon Wäscher orientierte sich in Stil und Erzählung bei den erfolgreichen Vorbildern aus England und Amerika und so gibt es etliche Parallelen zwischen seinen Helden Sigurd, Falk, Tibor und Nick und Comiccharakteren wie Prinz Eisenherz, Tarzan und Buck Rogers.

Nun fragt man sich unweigerlich, wieso sich die Publikationen nicht von ihren Einflüssen freischwimmen können. Die Antwort auf diese Frage kann nicht ganz leicht werden, zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Natürlich ist es wichtig zu wissen, dass Verlage am liebsten Lizenzprodukte vertreiben: Sie kosten die Verlage weniger und sie wissen, dass sich das Produkt in einem anderen Land schon einmal gut verkauft hat, das Risiko ist geringer. Dadurch scheint auch vorprogrammiert zu sein, dass man sich bei eigenem Material an dem orientiert, was schon woanders für Erfolg sorgte.

Ein anderer Punkt ist, dass die wenigsten Comiczeichner bei einem Verlag angestellt sind oder regelmäßige Aufträge bekommen. Wenn man nur ein Album pro Jahr zeichnen kann und darf, muss dieses natürlich auf Anhieb ankommen, Zeit zur Entwicklung bleibt da selten.

Die einfachste Art ist da dann auch, sich auf Altbewärtes zu verlassen und in Deutschland bedeutet dies meistens: Komische Knollennasenfiguren.

Die Macht des Expressiven in der Berliner Nationalgalerie

Ab März kann man sie endlich sehen: “Die Macht des Expressiven” eine wirklich fundamentale neue Sicht auf die Schenkung Otto van de Loo und dessen Sammlung in der Berliner Nationalgalerie.

Expressionismus flickr Allie_CaulfieldUnd der Titel der Ausstellung ist Programm, denn das Expressive war nicht nur von de Loos umfassendem Antrieb, sondern zeigt sich in den ausgestellten Exponaten auch als Kunstrichtung deutlich und wegweisend.

Otto van de Loo kam 1924 im damals noch idyllischen Witten zur Welt, lebt aber inzwischen schon lange mondän und großstädtisch in der bayrischen Metropole und ist dort und auch außerhalb dieser Region ein sehr bekannter deutscher Galerist.

Bereits 1957 war van de Loo mit seiner wegweisenden Galerie in München präsent und er war einer der Aktiven in der Szene - auch als die Schwabinger Turbulenzen von sich reden machten. Während die konservative Kunstszene auf seine subtilen Provokationen mit Unverständnis und Ablehnung reagierte, warfen ihm seine linksgerichteten Freunde bald die weniger subtile Ausbeutung seiner Künstler vor. Doch den Großmeister der westdeutschen Galerieentwicklung ficht dies wenig an. (more…)

Comics in Deutschland, Teil 1

Comics sind ein relativ junges Medium. Vor wenig mehr als hundert Jahren wurde die sequentielle Kunst in etwa im gleichen Zeitraum, wie der Film entwickelt. In Deutschland konnten sie allerdings nie dessen Erfolg verbuchen.

Comics flickr Marxchivist

Comics flickr Marxchivist

Über die Seriosität der Comics wurde lange diskutiert. In Deutschland hatten Comics dann auch immer einen schweren Stand: Sie wurden nie wirklich ernst genommen und auch obwohl sich dieser Zustand in den letzten Jahren etwas verändert hat, ist die gesellschaftliche Akzeptanz der „Neunten Kunst“ immer noch nur bedingt anzutreffen.

Obwohl mit Wilhelm Busch einer der ersten Künstler, die sich mit der Verbindung von Wörtern und Bildern zu Geschichten beschäftigten, der Grundstein in Deutschland für so etwas wie eine Comickultur gelegt wurde, ist hierzulande niemals eine eigenständige Industrie, wie wir sie aus Amerika, Frankreich und Japan kennen, entstanden.

In den großen Comicländern entwickelten sich sehr eigene Erzählstrukturen, die nach jeweils bestimmten Mustern verlaufen. Dabei gibt es aber kaum originär deutsche Comicgeschichten, -charaktere, -serien oder -erzählweisen. Das heißt aber nicht, dass es keine deutschen Comics gibt, sie orientieren sich aber deutlich an ihren Vorbildern, gerne in Bezug auf aktuelle Trends. (more…)

Kandinsky in München - Vom Blauen Reiter zum Bauhaus

Noch bis zum 8. März kann man in München die große Retrospektive “Kandinsky - Absolut. Abstrakt” besuchen. Im Kunstbau finden sich fast 100 Werke des Künstlers aus allen Schaffensperioden.

Kandinsky flickr clairity*

Kandinsky flickr clairity*

Die Werke stammen aus drei Museen, die alle über eine große Kandinsky - Sammlung verfügen: aus dem Münchner Lenbachhaus, das parallel dazu die Ausstellung “Kandinsky – Das druckgrafische Werk” zeigt, dem Centre George Pompidou aus Paris und dem New Yorker Guggenheim Museum.

Die Sammlung der Museen ergänzt sich hervorragend, so dass hier das erste Mal seit mehr als 30 Jahren eine umfassende Werkschau zustande gekommen ist. Wassily Kandinsky, der 1866 in Moskau geboren wurde, gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. In München, wo er 1911 zusammen mit Franz Marc den Blauen Reiter gründete, hat der Besucher nun die Möglichkeit einen umfassenden Blick auf Kandinskys Werk zu werfen. Von den frühen Bildern, in denen Kandinsky noch ganz gegenständlich malt, über die expressionistische Phase des Blauen Reiters, hin zu der totalen Geometrie der Bauhaus - Zeit bis zu seinen letzten Bildern aus Paris zeigt die Ausstellung in München die Entwicklung des Künstlers, der seine eigene Formsprache entwickelte und zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Moderne wurde.

Kandinsky begriff die Kunstwelt als Parallelwelt und seine Vorstellung von Malerei haben nicht nur die Kunst des 20. Jahrhunderts beeinflusst und verändert, sondern nach wie vor zieht Kandinsky die Betrachter in seinen Bann, so wurde die Kandinsky-Ausstellung in München zum Publikumsmagneten und wegen der großen Nachfrage verlängert. Paris und New York sind die nächsten Stationen.

Der Ruf der Comics

Das Gerücht, Comics wären Kinderkram hält sich nach wie vor hartnäckig. Wurde vor knappen fünfzig Jahren von Leuten wie dem amerikanischen Kinderpsychologen Dr. Frederick Wertham noch propagiert, Comics würden Kinder und Jugendliche verrohen und sie zu gewalttätigen Triebtätern ausbilden, sind Comics heute in den Augen vieler nur alberne Bildergeschichten, für die man mit spätestens fünfzehn Jahren zu alt sein sollte.

Comicaussschnitt © flickr.com / richardmasonerDementsprechend oft ist die Verwunderung groß, wenn man das Interesse an Comics deklariert. Doch woher kommt gerade in Deutschland das für Comics nicht positiv wirkende Schubladendenken? Warum wird gerade dieses Medium nicht für voll genommen? Niemand würde doch auf die Idee kommen zu sagen, dass Bücher nur für Kleingärtner sind oder Kinofilme

nur bei Kaninchenzüchtern Interesse hervorrufen sollten. (more…)